Professionelle Mittelsmänner:
das verborgene Bindeglied bei Finanzkriminalität

Rechtsanwälte, Steuerberater und Treuhanddienstleister ermöglichen Straftaten – manchmal absichtlich, manchmal, weil sie es versäumen, die richtigen Fragen zu stellen. Erkennen Sie die Warnsignale, bevor Ihr Unternehmen in die Machenschaften verwickelt wird.

Ihr Berater empfiehlt eine Struktur, diejeder nutzt. Der Notar stellt keine Fragen. Die Anteile werden über ein Kundenkonto übertragen. Auf dem Papier sieht alles gut aus. Doch hinter dieser scheinbaren Sicherheit verbirgt sich eines der am meisten unterschätzten Risiken im Bereich KYC: derprofessionelle Mittäter– der Berater, der, bewusst oder unbewusst, Finanzkriminalität begünstigt.

Was sind professionelle Wegbereiter?

Der Begriff„professioneller Mittäter“bezeichnet Fachleute, die durch ihr Wissen, ihre Position oder ihren Ruf Finanzkriminalität begünstigen. Dies muss nicht immer vorsätzlich geschehen: Fahrlässigkeit, das Versäumnis, kritische Fragen zu stellen, oder die blinde Ausführung von Anweisungen fallen ebenfalls unter diese Definition.

Sowohl dieOECDals auch dieFATFhaben professionelle Mittelsmänner als einen der Hauptrisikofaktoren bei modernen Ermittlungen im Bereich Geldwäsche und Betrug identifiziert. Ihre Erkenntnisse stimmen überein: Fachleute bieten die Strukturen, die Legitimität und den Zugang, die Kriminelle benötigen, um Vermögenswerte zu waschen oder Sanktionen zu umgehen.

 
 

Wie funktioniert das in der Praxis?

Dieses Muster – die Einbindung von Fachleuten als Vermittler – taucht weltweit in Ermittlungen immer wieder auf, darunter bei den Panama Papers, den Paradise Papers und den Luanda Leaks. Der Mechanismus ist immer derselbe:

📋 Ein typisches Szenario

1

Ein Krimineller möchte seine illegalen Erlöse in Immobilien investieren.

2

Das Geld wird über das Mandantenkonto eines Anwalts überwiesen – ohne dass Fragen zur Herkunft der Gelder gestellt werden.

3

Ein Treuhanddienstleister gründet eine Gesellschaft mit einem nominellen Geschäftsführer, wodurch der wirtschaftliche Eigentümer im Verborgenen bleibt.

4

Ein Buchhalter erstellt den Jahresabschluss und verleiht dem Finanzbild Glaubwürdigkeit.

5

Die Immobilientransaktion wird von einem Notar abgewickelt – auf dem Papier sieht alles in Ordnung aus.

6

Die Erlöse aus Straftaten wurden in legitimes Vermögen umgewandelt. Der wirtschaftliche Eigentümer bleibt dabei durchgehend im Verborgenen.

Warum stellt dies ein Risiko für Ihr Unternehmen dar?

Viele Unternehmer vertrauen ihren Beratern blind. Wenn jedoch ein von Ihnen beauftragter Fachmann selbst Teil eines „Enabler“-Systems ist, kann Ihr Unternehmen ungewollt Teil einer illegalen Struktur werden – ohne dass Sie sich dessen bewusst sind.

Welche Folgen hat dies für Ihr Unternehmen? Rufschädigung durch die Verbindung mit kriminellen Aktivitäten, strafrechtliche Haftung, falls Sie Warnsignale hätten erkennen müssen, eingefrorene Bankkonten, Verlust Ihrer Bankbeziehung und in schwerwiegenden Fällen das Risiko von Sanktionen, falls der Dienstleister eine sanktionierte Partei unterstützt hat.

Die Rechtslage in den Niederlanden, im Vereinigten Königreich und in den USA ist eindeutig: Es geht nicht nur darum, was Sie wussten, sondern auch darum, was Sie hätten wissen müssen. Wenn Sie einen Fachmann beauftragt haben, bei dem deutliche Warnsignale zu erkennen waren, und Sie diese ignoriert haben, können Sie mitverantwortlich gemacht werden.

Internationale Strafverfolgung – Fachleute im Visier

Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden weltweit gehen zunehmend gegen die professionellen Drahtzieher hinter Finanzkriminalität vor:

 

 Rechtsfall / RechtsprechungWas ist passiert?Datum
NLTreuhandgesellschaft / DNBTreuhandgesellschaft wegen der Verwaltung von Strohmann-Direktoren und Offshore-Beteiligungen für kriminelle Netzwerke zerschlagen. Die DNB entzog ihr die Lizenz und verhängte eine Geldstrafe in Millionenhöhe.2024
GBNetzwerk von Wirtschaftsprüfern / NCAEin Netzwerk von Wirtschaftsprüfern wurde zerschlagen, weil es Hunderte von Briefkastenfirmen mit Strohmannstrukturen für sanktionierte russische Unternehmen gegründet hatte. Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet.2024
FISteuerberater / FIN-FSASteuerberater und Unternehmensdienstleister, die in Machenschaften zur Verschleierung von Einkünften über ausländische Holdingstrukturen verwickelt waren. Berufsverbot verhängt.2023
🌐OECD – Bericht über fördernde FaktorenDie OECD hat einen umfassenden Bericht über die Rolle von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Treuhanddienstleistern bei grenzüberschreitender Finanzkriminalität veröffentlicht, der Empfehlungen für strengere Vorschriften enthält.2023
Die Botschaft der Aufsichtsbehörden ist eindeutig: Fachleute, die Warnsignale ignorieren, geraten zunehmend selbst ins Visier – nicht nur die Kriminellen, die hinter dem Betrug stehen. Die Verteidigung „Ich habe nur Anweisungen befolgt“ hat bei Richtern und Aufsichtsbehörden immer weniger Gewicht.

Erkennen die Warnsignale

Verwenden Sie diese Liste, wenn Sie Fachleute beurteilen, die Sie beauftragen oder mit denen Ihre Geschäftspartner zusammenarbeiten. Schon ein einziger Treffer rechtfertigt weitere Nachforschungen:

🚩 Warnzeichen, die darauf hindeuten, dass eine Fachkraft ein Risiko darstellt

Führt Anweisungen aus, ohne kritische Fragen zu stellen – ein Fachmann, der niemals die Herkunft der Mittel oder die wirtschaftlichen Gründe für eine Struktur hinterfragt, stellt ein Risiko dar.

Vermeidet direkten Kontakt mit dem wirtschaftlichen Eigentümer – wenn der Berater den Kontakt mit dem wirtschaftlichen Eigentümer aktiv vermeidet, ist dies ein klassisches Anzeichen für eine Nominee-Konstruktion.

Schlägt vorgefertigte Strukturen ohne wirtschaftlichen Hintergrund vor – ein Unternehmen, eine Stiftung oder eine Offshore-Struktur, die „sofort bereitgestellt“ werden kann und deren Zweck unklar bleibt.

Kommuniziert ausschließlich über Mittelsmänner – dies verschleiert, wer tatsächlich Entscheidungen trifft, und macht eine Rechenschaftspflicht praktisch unmöglich.

Erzeugt Zeitdruck – Dringlichkeit ist ein gängiges Mittel, um zu verhindern, dass kritische Fragen gestellt werden.

Minimiert Compliance-Risiken – Aussagen wie „Das macht doch jeder“ oder „Das ist völlig legal“ sind Warnsignale, keine Beruhigung.

Weigert sich, Unterlagen zur Sorgfaltsprüfung offenzulegen – ein seriöser Fachmann hat nichts gegen Transparenz in Bezug auf seine eigene Praxis einzuwenden.

Gibt es negative Presseberichte oder Reputationsprobleme? – Eine kurze OSINT-Prüfung der Person und des Unternehmens lohnt sich immer.

Empfiehlt ohne Begründung Strukturen in Steueroasen – Offshore-Holdinggesellschaften auf den Kaimaninseln, den Britischen Jungferninseln oder in Panama ohne nachweisbaren wirtschaftlichen Zweck sind ein Warnsignal.

Ist als Geschäftsführer von Dutzenden oder Hunderten anderer Unternehmen eingetragen – dies ist ein klassisches Anzeichen für eine Strohmannkonstruktion ohne tatsächliche Beteiligung.

Was können Sie tun?

Professionelle Vermittler stellen ein überschaubares Risiko dar – wenn man weiß, worauf man achten muss. Praktische Schritte:

  • Überprüfen Sie den Hintergrund der von Ihnen beauftragten Berater: Suchen Sie nach Namen, Unternehmen und etwaigen Disziplinarentscheidungen.
  • Hinterfragen Sie stets unlogische Strukturen: Was ist der wirtschaftliche Grund für diese Ebene? Warum gerade dieser Rechtsraum? Wer ist der wirtschaftliche Eigentümer?
  • Führen Sie eine unabhängige Überprüfung von Geschäftspartnern durch, die Ihnen von externen Beratern vermittelt wurden – deren Berater könnte Interessen vertreten, die im Widerspruch zu Ihren eigenen stehen.
  • Dokumentieren Sie Ihren Entscheidungsprozess: Halten Sie fest, welche Fragen Sie gestellt haben, welche Antworten Sie erhalten haben und wie Sie zu Ihrer Schlussfolgerung gelangt sind. Dies dient Ihnen als Grundlage für eine eventuelle spätere Untersuchung.
  • Beenden Sie die Geschäftsbeziehung, sobald Warnsignale auftreten – und prüfen Sie, ob eine Verdachtsmeldung (SAR) erforderlich ist, falls Sie der Geldwäschebekämpfungspflicht unterliegen.

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